Philosophie
Die grundlegenden Werte des Labors für Organisationsentwicklung (OrgLab) beschreiben die Art und Weise, wie das OrgLab an Themenstellungen, Aufgaben und Aufträge herangeht. Diese "OrgLab-Philosophie" kann unterteilt werden in die Werte und Strategien, nach denen sich die Arbeit am OrgLab richtet und die Beschreibung der Lernformen, die am OrgLab praktiziert werden.
- Grenzen überschreiten
Innovationen in Wissenschaft und Praxis entstehen an den (System)Grenzen. Dies können Grenzen zwischen Institutionen (z. B. Universität und Praxisorganisationen) sein, zwischen Individuen, Gruppen und Organisationen, die wissenschaftlichen Grenzen zwischen Theorie und Praxis, aber auch die Grenzen zwischen Disziplinen. Diese bewusst zu machen, zu analysieren und zu überschreiten ist eine der grundlegenden Strategien unseres Handelns.
- Interdisziplinarität
Ein zentraler Weg der Grenzüberschreitung ist eine interdisziplinäre Herangehensweise. Das OrgLab wird daher sowohl in der personellen Zusammensetzung, als auch in der Herangehensweise an Aufgabenstellungen und Themen auf einen interdisziplinären Blickwinkel einnehmen und die Bedingungen dafür herstellen.
- Visionen ermöglichen
Das OrgLab beschäftigt sich nicht nur mit den Aufgaben und Notwendigkeiten des Alltags, sondern auch mit darüber hinausweisenden Perspektiven und Möglichkeiten in Organisationen und Gesellschaft, ohne die Realität des Alltags zu vernachlässigen. Aus diesem Grundsatz ergeben sich Konsequenzen für die Auswahl von Themen und Aufgabenstellungen. Um dieses „visioneering“ zu ermöglichen, beschäftigt sich das OrgLab gezielt auch mit Methoden und Techniken, die Visionen und „Weitsicht“ befördern (Zukunftswerkstätten, Organisationslabore o. ä.).
- Nachhaltigkeit, Legitimation und Sinn vermitteln
Trotz (oder wegen) des hohen Veränderungsdrucks in Gesellschaft und Organisationspraxis gewinnt Nachhaltigkeit und die Beachtung von Sinn und Werten in der Arbeit heute immer mehr an Bedeutung. Das OrgLab beschäftigt sich daher gezielt sowohl inhaltlich als auch strukturell mit Fragen der Nachhaltigkeit, des langfristigen Denkens und der Analyse von Werten in Organisationen und Gesellschaft. Hier versucht das OrgLab – auch im Sinne der anderen Grundsätze – verschiedene Blickwinkel und Analyse-Ebenen zu verknüpfen. Auch in der Struktur des OrgLabs besteht das Ziel, durch Medien und Kommunikation Nachhaltigkeit zu erzielen und entsprechende Reflexionsmöglichkeiten für die Mitglieder bereitzustellen.
- Experimentieren
Die Grundidee eines Labors ist das Experimentieren. Dies bedeutet, Räume frei von Sachzwängen zu schaffen, in denen Ideen, Methoden und neue Ansätze entwickelt und erprobt werden können. Grundlagen dafür sind mittel- und langfristige Zeithorizonte (nicht nur symptomatische Problemlösungen) und eine klare Planung und Durchführung der Transfermöglichkeiten in die Praxis, Forschung und Lehre.
- Innovation
Durch das Leben der obigen Grundsätze ermöglicht das OrgLab die Entwicklung und Reflexion von innovativen Ansätzen und ist insofern ein “Innovations-think-tank”. Innovationen werden dabei vor allem durch die Verbindung verschiedener Ansätze und die Arbeit an den Grenzen der Systeme gewährleistet.
- Lernräume
Die institutionelle Anbindung an die Universität Duisburg-Essen und die Notwendigkeit „lebendigen Lernens“ in der Organisationspraxis unterstreichen die Bedeutung neuer Lernformen im OrgLab. Die Zusammenführung verschiedener Blickwinkel und der geregelte Diskurs wird dabei - im Sinne der Philosophie John Dewey´s - systematisch ergänzt durch handelndes Lernen und feldorientiertes Experimentieren. Dabei achtet das OrgLab bei seinen Aktivitäten auch auf die unterschiedlichen Lernformen und -dynamiken (kognitiv, affektiv) und entwickelt geeigneten Methoden und Instrumente.
- Autonomie und Selbst-Verantwortung
Das OrgLab wendet die Prinzipien von Autonomie und Selbstverantwortung (Empowerment) sowohl in seinen Inhalten, als auch in seinen Aktivitäten an. Dies bedeutet organisatorisch eine möglichst große Autonomie der OrgLab-Projekte, deren Inhalte und (Zwischen-)Ergebnisse jedoch im Diskurszusammenhang des OrgLab vermittelt und gemeinsam bewertet werden müssen. Aus diesem Diskurs entwickeln sich dann weitere strategische Ziele des OrgLab.
- Netzwerk
Das OrgLab ist ein Netzwerk von Studierenden und Praktikern mit individuell unterschiedlichen Interessen und Möglichkeiten. Damit ist es ein fragiles Netzwerk zwischen Wissenschaft, Lehre und Praxis, für dessen Grundlage ein stabiles instituionelles Netzwerk (zwischen Universität(en) und Praxisinstitutionen) entwickelt werden muss. In diesem Netzwerk müssen die Investitionen der einzelnen Akteure zu einem klaren (individuellen/institutionellen) Nutzen führen. Investitionsmöglichkeiten und Nutzen müssen daher klar benannt werden. Nachhaltige Netzwerke funktionieren auf der Basis von Gegenseitigkeit (z. B. Was kann die Wissenschaft für die Praxis bringen? resp. Wo verhilft die Praxis der Wissenschaft zu wichtigen und richtigen Fragestellungen?), von Kommunikation und von Wachstum (Prinzipien des exponentiellen Wachstums in Netzwerken). Für diese Basis muss das OrgLab die infrastrukturelle Grundlage bieten.



